IT, Medizinaltechnik und Industrial Design: Aus diesen Bereichen
stammen die vier Gewinnerteams der venture kick Septemberrunde. Sie
erhalten je 10'000 Franken, um an ihren innovativen Geschäftsideen
weiterzufeilen.
Kartontische für Schulen, ein Navigationsystem für den OP, eine
verbesserte Stenttechnologie und eine neue, noch geheime Applikation
für Twitter. Die mit 10'000 Franken ausgezeichneten Projekte der
letzten venture kick Runde könnten nicht unterschiedlicher sein.
KaSchuTi: Kartontische für Schulen
Eine der innovativen Geschäftsideen stammt von Jean-Philippe Hagmann,
frisch diplomierter Industrial Designer. Seine für den Schulunterricht
konzipierten Tische sind 4 Kilogramm leicht, aus Wellkarton und
unkompliziert auf verschiedene Körpergrössen anpassbar. Mit seinem
neuen Konzept möchte er dem Bedürfnis nach mehr Flexibilität im
Schulunterricht nachkommen. Jean-Philippe: «Unterrichtsformen wie zum
Beispiel Gruppenarbeiten erfordern eine andere Raumordnung als die
starre Ausrichtung der Schüler zur Wandtafel. Meine Tische können die
Kinder selber herumtragen. Je nach Unterrichtsart können sie sich auf
einfache Weise umgruppieren.»Ein bisschen Spass muss sein
Die Tische sind erstaunlich stabil. Sie halten einem Gewicht von 100
Kilogramm problemlos stand und können ohne zusätzliche Mittel wie
beispielsweise Klebstoff innerhalb von wenigen Minuten zusammengebaut
werden. Jean-Philippe war es aber auch wichtig, dass die Kinder ihren
Spass daran haben. «Die weissen Flächen sind zum Bemalen da. Jeder
Schüler soll seinen Tisch selber gestalten dürfen», meint der Designer.
Neben Schulen kann er sich vorstellen, dass auch
Nonprofit-Organisationen oder Privathaushalte an seiner Konstruktion
interessiert sind.
20'000 Franken für Leber und Herz
Zwei weitere Projekte stammen aus dem Bereich der Medizinaltechnik.
Vergleichbar mit einem GPS im Auto haben Matthias Peterhans und Stefan
Weber von der Uni Bern eine Art Navigationssystem für die Operation von
Tumoren in der Leber entwickelt. Ihr System ermöglicht es den Ärzten
während der Operation per Monitor genau zu bestimmen, wo sie sich
befinden. Stefan Weber: «So lassen sich auch kleinere Tumore besser
herausoperieren, da durch unser System diese viel genauer lokalisiert
werden können. Dadurch muss weniger gesundes Gewebe herausgeschnitten
werden.» Das andere Medizinaltechnik-Projekt widmet sich der
Optimierung von Herzinfarkt-Operationen. Arik Zucker und Armin Mäder
sind daran, eine verbesserte Stenttechnologie (Alternative zu Bypässen)
zu entwickeln. Mit ihrer Methode möchten sie erreichen, dass die Stents
(Gefässstützen) besser einwachsen, was zu weniger Komplikationen führen
würde.
In drei Monaten zur nächsten Runde
In rund drei Monaten werden die Gewinnerteams bei der 20'000er Runde
wieder aufeinander treffen, in der die zwei erfolgsversprechenderen
Projekte weiterkommen und sich somit automatisch für die 100'000er
Stufe qualifizieren. Zwischen den Präsentationen begleitet venture kick
die angehenden Firmengründer im kickers camp, in dem ihnen
grundlegendes unternehmerisches Know-how vermittelt wird.
venture kicks für bald drei Millionen
Seit der Lancierung im September 2007 hat venture kick 85 Startups mit
insgesamt knapp drei Millionen Franken unterstützt. Hinter der
Initiative privater Geldgeber stehen die GEBERT RÜF Stiftung, die ERNST
GÖHNER Stiftung und die OPO-Stiftung.
Die Kartontische von Jean-Philippe Hagmann Matthias Peterhans und Stefan Weber entwickelnim Einsatz Navigationssystem für den OP
Flavio Rump: Neue Applikationen für Twitter Armin W. Mäder und Arik Zucker wollen Stent-
technologie optimieren