Gibt es einen Gott? Wer kennt eine zuverlässige Putzfrau im Raum
Rüschlikon? Wie kann ich meine Pizzeria besser bekannt machen? Die Wissensplattform Starmind liefert
individuelle Antworten aus allen Lebensbereichen. Damit will die
Plattform hauptsächlich eines bezwecken: das Know-How von Talenten
erschliessen.
Grosse Antworten auf grosse Fragen: Als Hirnforscher im Labor für
künstliche Intelligenz der Universität Zürich tätig, weiss Pascal
Kaufmann aus eigener Erfahrung, wieviel Potential im Wissensaustausch
liegt. Um seine Idee einer weltweiten Wissensplattform in die Tat
umzusetzen, wurde er zum Jungunternehmer und sucht jetzt die Superhirne
der Welt.Know-How von Talenten ist Geld wert
Kostenlos ist der Starmind-Service nicht. Wieso für Informationen
bezahlen, die bei grossen Suchmaschinen auch gratis zu finden sind? Für
Pascal Kaufmann ist das kein Thema: «Auf Google werde ich mit
Informationen überflutet. Bis ich in dieser riesigen Menge von
Datensätzen gefunden habe, was ich suche, brauche ich Stunden. Diese
Zeit investiere ich besser in meine Forschung und Kernkompetenzen. Auf
Starmind wollen wir dem Wissen wieder Wert geben und individuelle
Antworten liefern. Und was einen Wert hat, kostet halt auch Geld.»
Starmind – so funktionierts: Ebay für Know-how
Das Prinzip der Plattform ist simpel aber raffiniert. Für die
Beantwortung einer Frage wird ein maximaler Preis festgesetzt, den man
bereit ist, für gute Lösungen zu bezahlen. Am Anfang wird nur ein
Bruchteil des Maximalbetrags ausgeschrieben. Der Betrag steigt, je
länger die Frage online ist. Pascal Kaufmann: «Der Beantwortende muss
selber das Risiko abwägen. Entweder er beantwortet die Frage schnell
und bekommt weniger Geld. Oder er wartet zu und riskiert, dass jemand
anders die Frage wegschnappt. Generell wollen wir, dass die Fragen von
den Personen beantwortet werden, die das aus dem Stehgreif können und
den geringsten Aufwand dazu benötigen.» Deshalb geht es bei der
Plattform in erster Linie auch nicht ums Geld verdienen. Die
beteiligten Starmind Talente profitieren in anderer Hinsicht:
Reputation und Anerkennung im wissenschaftlichen oder
privatwirtschaftlichen Umfeld. Benutzer, die gute Lösungen übermitteln,
erhalten beispielsweise ein Zertifikat. Nach Pascal Kaufmann ein
Leistungsnachweis, der sich spätestens bei der Jobsuche auszahlt.
Soziale Kontrolle gegen Mogelei
Wer meint, er könne sich über Starmind gratis Antworten erschleichen,
liegt falsch. Die Benutzer können sich gegenseitig kontrollieren, da
gewisse Informationen öffentlich sind. So ist zum Beispiel für
jedermann ersichtlich, wie viele Fragen ein Benutzer zu welchem Preis
gestellt hat, wie viel Antworten dieser erhalten hat – und wie viel er
schlussendlich bezahlt hat. Die Kontrolle funktioniert aber auch in die
andere Richtung: Profile von Personen, die Fragen mehrfach
unbefriedigend beantworten, werden von Starmind gelöscht.
Auch für Startups und Geschäftsleute interessant
Wer Starmind ausprobieren will, kann zu Beginn drei Fragen ohne Prämien
ausschreiben. Damit können sich die Benutzer ohne Kosten mit der
Plattform vertraut machen. Dabei ist Starmind nicht nur für Forschende
attraktiv. Auch Privatpersonen, Studierende, Startups und
Geschäftsführer, kurz, all jene, welche Know-How und neue Inputs
benötigen, erhalten auf Starmind Antworten. Für Grossfirmen existiert
mit Starmind Business Portal eine inhouse Lösung.
venturelab – ein Wegbegleiter
Um sein Unternehmenswissen zu vertiefen, besuchte Pascal venture plan
und venturetraining. «Zuerst war ich etwas skeptisch. Ich fragte mich,
was mir diese Kurse zusätzlich bringen sollten. Ich habe aber bald
gemerkt, dass es die venturelab-Trainings in sich haben – ich hab da
unglaublich viel gelernt. Und zudem die richtigen Leute kennengelernt.»
Über venturelab kam es auch zu einer konkreten Partnerschaft. Um den
Wissenstransfer aus Afrika zu fördern, arbeitet Starmind beispielsweise
mit Aiducation International zusammen. Dieses Projekt wurde von Florian
Kowalke und Kristin Kapitza ins Leben gerufen und fördert begabte
afrikanische Schüler.
Ein Jahr für den Aufbau
Für den Aufbau von Starmind gibt sich das zehnköpfige Starmind Team ein
Jahr Zeit. Dann sollte die Plattform auch finanziell rentieren.
«Schliesslich wollen wir davon auch mal leben können», meint Pascal
schmunzelnd. Die Hälfte dieses Jahres ist um. Sein Blick ist
zuversichtlich.
Pascal Kaufmann und Monika Seps mit dem Starmind Business Server