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 Thursday, November 05, 2009
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Die Grenzen sind nur in unseren Köpfen und Träume sind nicht zum
Stehlen da. Fredy Hiestand, der einstige Schweizer Gipfelikönig
erzählte am venture apéro bei der Mobiliar in Bern von seinem steilen
Weg zum Erfolg, seinem Fall und seiner neuen Vision, gesunde Brote mit
Weizenkeim selbst bei Mc Donald salonfähig zu machen.
Aus dir wird eh nichts, meinten die Eltern. Fredy Hiestand bewies ihnen
das Gegenteil. Um sich nach der Bäckerlehre so schnell wie möglich
selbständig zu machen, arbeitete er zuerst als Taxifahrer und
verzichtete sogar auf die Glimmstengel, um noch mehr Geld zu sparen.
1967 war es soweit. Mit dem ersparten Geld und einem Darlehen vom Götti
eröffnete er mit einem Startkapital von 5‘000 Franken in einer
ausgedienten Wäscherei seine erste Bäckerei.Ich hätte mir dazumal kein Geld gegeben
In einer schon fast bilderbuchhaften Tellerwäscher-Karriere drängte
Fredy Hiestand nach oben. Seine Ziele erreichte er mit viel
Hartnäckigkeit und Beharrlichkeit. Hiestand: «Steter Tropfen höhlt den
Stein. Ich hab mich von einer Absage nicht aus dem Konzept bringen
lassen.» Bis zu 13mal fragte er bei Kunden nach, gab nicht auf, bis er
sie endlich auch beliefern durfte. Sein eiserner Durchhaltewillen
machte sich bezahlt. Sein Geschäft wuchs. Dabei schreckte er auch nicht
vor gewaltigen Investitionen zurück wie zum Beispiel ein Neubau in
Schlieren für 14 Millionen Franken – und das bei einem Jahresumsatz von
12 Millionen Franken. Heute schmunzelt Fredy Hiestand selber: «Ich
hätte mir dazumal jedenfalls als Investor kein Geld gegeben. » Auch für
die Expansion nach Japan erstellte Hiestand keinen Businessplan. «Für
einen soliden Businessplan hätten wir eine Marktstudie erstellen müssen
und das war mir zu teuer. Und schliesslich hat’s auch so geklappt.» Höhepunkt und Abgang
Der Höhepunkt seines Erfolgs gipfelte im Börsengang, und das als erster
Bäcker Europas. 1800 Angestellte arbeiteten für den Gipfelikönig,
stolze 300 Millionen wurden umgesetzt. Aber der Fall war nicht weit.
Die Börse brach ein und damit die Aktie. Keine einfache Zeit für
Hiestand. «Mit einem Börsengang hält auch eine andere Kultur in einem
Unternehmen Einzug. Plötzlich steht nur noch der Gewinn im
Vordergrund.» Diese Art der Arbeit lag ihm nicht. Die Last auf seinen
Schultern wuchs, die Ehe zerbrach, Depressionen befielen ihn. Kehrtwende mit Weizenkeim
Ans Aufgeben dachte er aber nie, sagt er heute. Von Hiestand und den
Buttergipfeln verabschiedete er sich und wandte sich dem Weizenkeim zu.
Eine neue Vision hatte ihn gepackt – jetzt wollte er Brotpapst werden.
Klein und bescheiden startete er sein zweites Unternehmen, heute
betreibt er bereits den grössten Holzbackofen in der Deutschschweiz.
Den Fastfood will er gesünder machen – unterdessen ist Hiestand Partner
bei der Mc Donald Bäckerei, ab nächstem Jahr sind die gesunden Brote
von Fredy’s Backwaren auch in den Regalen vom Coop anzutreffen und
mithilfe seiner Frau ist der Aufbau einer Filiale in der Ukraine in
Planung. Über 165 Gäste am venture apéro in Bern
Über 165 Gäste fanden sich am venture apéro bei der Mobiliar in Bern
ein, um die bewegte Geschichte von Hiestand zu hören. Auch Urs Berger,
Ceo der Mobiliar, nahm sich Zeit, die Besucher persönlich zu begrüssen.
Am anschliessenden Apéro war zudem genügend Zeit vorhanden, um Fredy
Hiestand noch persönlich weitere Fragen zu stellen oder selber zu
networken. Die venture apéros sind mit jährlich rund 8000 Teilnehmenden
die grösste Networking-Plattform der Schweiz für unternehmerisch
Interessierte. Bis zum Jahresende stehen zahlreiche weitere Referate
auf dem Programm, unter anderem ein Referat von Christoph Blocher zu
Tipps und Tricks des erfolgreichen Unternehmertums an der Uni Bern.
Urs Berger, Ceo der Mobiliar begrüsste die zahlreichen Gäste am venture apéro mit Fredy Hiestand (Bild Mitte)
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