Dem ETH Spin-off Nanolytix ist es gelungen, eine Technologie zu
entwickeln, die es erlaubt, in kurzer Zeit Nano-Partikel in
Flüssigkeiten mit hoher Genauigkeit nachzuweisen. An der Swiss Equity
Fair in Zürich präsentierte Mitgründer Christopher Latkoczy die neue
Apparatur, den Nanolyzer.
Nanoteilchen bestehen aus Atomen und sind bis zu 100 Nanometer gross,
wobei ein Nanometer einem Millionstel eines Millimeters entspricht. Die
winzig kleinen Partikel finden in verschiedensten Branchen – von der
Nahrungsmittelindustrie über die Kosmetik bis zur Medikamentenforschung
– Anwendung. Ganz ungefährlich sind sie aber nicht. Noch ist unklar,
inwiefern die Nanoteilchen Schaden anrichten können.Nanoteilchen während der Produktherstellung messen
Mit dem Nanolyzer wollen die zwei Gründer Dr. Christopher Latkoczy,
Privatdozent für Analytische Chemie ETH Zürich und Bartjan den Hartogh,
angehender Materialwissenschaftler eine neue Technologie auf den Markt
bringen. Damit wird es unter anderem ermöglicht, den Anteil
Nanoteilchen bereits während der Herstellung von Produkten zu messen
und so die Produktionsprozesse zu optimieren. Entwickelt wurde der
Prototyp dieses neuartigen Analysegeräts im Rahmen eines
Forschungsprojekts der Eawag, der Eidgenössischen Anstalt für
Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz und der ETH
Zürich. Das daraus hervorgehende Spin-off Nanolytix will zusammen mit
weiteren Spezialisten auf dem Gebiet der Nanowissenschaften sowie der
Wirtschaft das Projekt weiterentwickeln. Drei Fragen an das innovative
Gründer-Team!
Wie funktioniert der Nanolyzer genau?
«Der Nanolyzer funktioniert prinzipiell wie eine Taschenlampe und ein
Fotoapparat: Man zielt einen definierten Lichtstrahl auf eine Probe und
schaut sich das Bild an, welches entsteht. Aufgrund dieses
Erscheinungsbilds kann dann auf die Grösse, die Konzentration und die
Chemie der Nanoteilchen geschlossen werden.»
Was sind die Vorteile gegenüber der Konkurrenz?
«Die Vorteile gegenüber der Konkurrenz liegen hauptsächlich darin, dass
unsere Technologie ganz kleine Partikel zu detektieren vermag, welche
nach heutigem Stand der Kenntnis ein grosses Gesundheitsrisiko
darstellen. Zudem sind wir mit Hilfe des Nanolyzers in der Lage,
bereits geringste Konzentrationen festzustellen. Ein weiterer
erwähnenswerter Vorteil ist, dass während der Messung direkt auf die
Messresultate zugegriffen werden kann, was die Technologie sehr
attraktiv macht für Firmen, die gezielt Nanopartikel in der Produktion
ihrer Produkte einsetzen. Man kann sich das so vorstellen: Nanopartikel
verändern signifikant das Verhalten von Materie. Je mehr man davon
braucht, umso stärker ändert man die Eigenschaften eines Produkts. Die
zwei entscheidenden Parameter sind in dieser Sache Grösse und
Konzentration der Nanopartikel. Wenn man also während des
Produktionsprozesses direkt messen kann, in welcher Grösse und in
welcher Konzentration diese Partikel zugefügt werden, dann kann der
gesamte Herstellungsprozess beschleunigt und vergünstigt werden.»
Ihr seid jetzt Unternehmer. Inwiefern hat das Euer Leben verändert?
«Wir sind nun unsere eigenen Chefs. Nichts geschieht mehr durch Zufall
oder Goodwill. Harte Arbeit, Transparenz, direkte Kommunikation und
Spass an der ganzen Sache sind die Zutaten für den sich entwickelnden
Erfolg. Wir haben den bisher eingeschlagenen Weg der reinen
Wissenschaft verlassen und uns auf den Unternehmerweg begeben, was
natürlich ein gewisses Risiko mit sich bringt. Aber wo ein Risiko ist,
existiert auch eine Chance. Wir nehmen genau dieses Risiko bewusst in
Kauf. Das eröffnet uns die Möglichkeit, bisher völlig ungeahnte Talente
zu entfalten und diese auch direkt in die Tat umsetzen zu können, und
das ohne wenn und aber. Ausserdem sind wir wie erwähnt unmittelbar
selbst dafür verantwortlich, ob sich unsere Vision und unsere Ziele
verwirklichen lassen und das gibt uns ein sehr gutes Gefühl.»
Auf dem Weg zum Erfolg mit venturelab
Nanolytix hat bereits mehrere Preise eingeheimst. Neben dem «Prix du
Jeune Entrepreneur 2009 (school winner ETH Zurich)» der französischen
Handelskammer hat das Startup auch die Jury von venture kick überzeugt
und dabei 10‘000 Franken gewonnen. Das unternehmerische Know-how holten
sich die Firmengründer in den Workshops von venturelab. Bartjan den
Hartogh meint dazu: «Die Kurse von venturelab öffnen bei aktiver
Mitarbeit viele Türen zur erfolgreichen Selbstständigkeit. In den
Workshops werden die richtigen Fragen gestellt. Zudem spielen sie beim
Knüpfen der ersten Kontakte eine zentrale Rolle. MBA in Rekordzeit! Für
jeden, der mehr will, nur zu empfehlen.»
Das Gründerteam präsentiert den Nanolyzer