# Thursday, March 19, 2009
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Christian Hanser: «Die KMU sind sie Wachstumstreiber»

Wie sieht die Situation für Jungunternehmerinnen und Jungunternehmer aus in einer Randregion, die auch ohne Krise wirtschaftlich nicht gerade boomt? Ein Forschungprojekt machte auf die Suche nach Antworten. Projektleiterin Kerstin Wagner vom Schweizerischen Institut für Entrepreneurship SIFE an der HTW Chur präsentierte die Ergebnisse der Studie an einem von der HTW organisierten venture venture apéro.


Kerstin Wagner leitete das Projekt «Gründungsbarometer Grauünden»

Graubünden liegt bei der Zahl der Neugründungen im unteren schweizerischen Mittelfeld. Das liegt, wie die Befragung von 40 Gründerinnen und Gründern ergibt, daran, dass das Marktumfeld schwierig ist und auch die Finanzierungsmöglichkeiten fehlen.

Gegen Sog und Abwanderung
Zudem zeigt das «Gründungsbarometer Graubünden» dass der Sog der Zentren – namentlich Zürich mit seinen Hochschulen – so stark ist, dass die Rekrutierung qualifizierter Mitarbeiter nicht einfach ist. Das gilt besonders für weiter entfernte Regionen des Kantons wie das Engadin oder die südlichen Täler.

Zuerst auswärts Anerkennung finden
Aus sicht der Bündner Neuunternehmer bestehen die grössten Herausforderungen der ersten Jahre darin, Netzwerke mit Kunden und Lieferanten aufzubauen, Kapital zu beschaffen und sich bekannt zu machen. Dabei begegnen sie oft einer gewissen Skepsis - ihre Produkte werden erst dann anerkannt, wenn sie sich auch ausserhalb des Kantons durchsetzen konnten. Ein Teil der Befragten verfügt auch über zu wenig Informationen und zu wenig Marktkenntnisse.

Weiterbildungsangebot fehlt
Als Nachteil empfinden viele auch den Magel an Weiterbildungsgelegenheiten im Kanton. Auch über der Wissens- und Technologietransfer wird zu wenig genutzt, weil entweder die Informationen fehlen oder weil die Gründer die damit verbundenen Kosten scheuen.

Technologielastige finanzielle Förderung?

Bemängelt wird auch, dass die finanzielle Förderung auf technologieorientierte und wissensbasierte Unternehmen ausgerichtet sei und «durchschnittliche Unternehmen» benachteilige. Die Vergabe von Fördergeldern wird als restriktiv empfunden. Zudem seien die Banken zurückhaltend bei Kreditfinanzierung, obwohl vor Ort kaum Risikokapital aufzutreiben sei.

Förderung – vor allem für die Informierten?
Verschiedene der vermissten Angebote existieren in Graubünden durchaus. Und es erstaunt nicht, dass die Urteile über die Förderungsmassnahmen des Kantons und auch der Hochschule (KMU-Zentrum, Innozet in Grüsch, Wirtschaftsförderung) positiv ausfallen – zumindest bei den Gründern, die diese Angebote überhaupt kennen. Das Informationsdefizit unter Gründerinnen und Gründern in dieser Beziehung ist allerdings keine Bündner Spezialität!

Auch die Gründer haben Defizite

Nicht nur das Umfeld, auch die Gründer weisen ihre Defizite auf. So sind ihre Projekte oft zu klein, nur mangelhaft dokumentiert (keine oder ungenügende Businesspläne), sie gehen mit unrealistischen Budgetvorstellungen ans Werk - oder haben ganz einfach zu wenig Know-how.

Wachstumstreiber KMU
Die Situation der Jungunternehmer in Graubünden passt auch durchaus in den allgemeinen Rahmen. Diesen skizzierte Christian Hanser vom Wirtschaftsforum Graubünden vor dem Hintergrund des kantonalen Wirtschaftsleitbildes. Dieses strebt für Graubünden ein längerfristiges jährliches Wachstum von zwei Prozent an. Dieses Ziel, daraus machte Hanser kein Hehl, kann ein Wirtschaftsstandort wie Graubünden nur dann erreichen, wenn er auf die KMU – und zu denen gehören auch die neuen Unternehmen – als Treiber und Träger des Wachstums setzt.

Zusätzliche Informationen über die Veranstaltung

Thursday 19 March 2009, 14:52 PM  #     |  Comments [0]  | 
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