# Thursday, June 04, 2009
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Das Startup BioVersys will die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika mit spezifischen Medikamenten bekämpfen. Dafür erhält das ETH-Spin-off von der privaten Gründungsinitiative venture kick 100'000 Franken. Mit dem gleichen Beitrag wird Minsh unterstützt. Dieses neue Unternehmen macht die Kurzbotschaften aus dem Netzwerk Twitter dreidimensional sichtbar – in einer virtuellen Unterwasserwelt.

 
BioVersys: Marc Gitzinger (links) und Marcel Tigges / Minsh: Barbara Yersin und Jonathan Maïm
 
Mit BioVersys und Minsh hat die Expertenjury von venture kick zwei Projekte ausgewählt, die aus völlig entgegengesetzten Ecken der Hightech-Forschung an den schweizerischen Hochschulen stammen.

Damit Wirkstoffe ihre Wirkung behalten
BioVersys, gegründet von Marc Gitzinger, Marcel Tigges, Wilfried Weber und Professor Martin Fussenegger hat ein Verfahren entwickelt, mit dem jene Proteine unschädlich gemacht werden können, die dafür verantwortlich sind, dass Bakterien gegen bestimmte Antibiotika resistent werden. Wenn das Projekt erfolgreich durchgezogen wird, trägt es dazu bei, dass bewährte Antibiotika ihre Wirksamkeit behalten – ein grosser Schritt für die Behandlung von bakteriellen Infektionen.

Im Brennpunkt der Pharmaforschung
«Die 130'000 Franken von venture kick sind für uns sehr wichtig», betont Marc Gitzinger: «Zurzeit hat die Finanzierung der laufenden Patente für das Verfahren erste Priorität. Ganz allgemein unterstützt venture kick Projekte wie das unser auf dem Weg vom Labor auf den Markt in einer entscheidenden Phase: Wir müssen uns jetzt so aufstellen, dass wir bereit sind für den Kontakt mit professionellen Investoren.» Eine andere wichtige Etappe hat BioVersys mit dem Umzug in die Basler Labors und Büros des Departments für Biosystems Science and Engineering (D-BSSE) der ETH absolviert: «Hier sitzen wir mitten im Brennpunkt der Pharmaforschung.»

Die Ruhe der Welt unter Wasser
Barbara Yersin und Jonathan Main haben miteinander die Plattform Minsh gegründet. Diese visualisiert die Kurzbotschaften auf Twitter – und zwar in einer virtuellen Unterwasserwelt. Der Grund für diese Wahl dieses Mediums: Barbara Yersin hat ihre Dissertation über die dreidimensionale Simulation von Menschen geschrieben und kennt deren Unzulänglichkeiten. In der Welt unter Wasser herrscht dagegen eine beruhigende Gemächlichkeit, die die Konzentration auf die Botschaften erleichtert. Wer sehr aktiv ist und viel kontaktiert wird, kann sich einen schöneren Fisch ertwittern.

Das Geld kommt von schönen und dicken Fischen
Der Verkauf von speziellen Fischen soll nach dem Geschäftsmodell von Minsh auch die künftige Einnahmequelle sein, während das «Grundmodell» kostenlos bleibt. Der dickste Fisch im virtuellen Aquarium von Minsh ist derzeit der Twitterer Al Gore.
«Mit den 100‘000 Franken von venture kick können Minsh weiter entwickeln und vor allem wir die Betreuung der Community ausbauen. Das ist bei solchen Projekten ein matchentscheidender Faktor», freut sich Barbara Yersin über den Erfolg ihres Startups.

Bereits elf Mal 130'000 Franken
BioVersys und Minsh sind die Spin-offs Nummer zehn und elf, die von venture kick mit dem gesamten Betrag von 130'000 Franken belohnt werden. 73 Projekte haben bereits die erste und 32 die zweite Stufe erfolgreich bestanden. 47 Startups sind im Lauf des Prozesses bisher auch formell gegründet worden. Sie beschäftigen über 140 Mitarbeitende und haben – mit dem Schub von venture kick im Rücken – rund 20 Millionen Franken Investitionskapital mobilisiert.

Mehr und schneller gründen
Die Gründungen beschleunigen, ihre Zahl deutlich steigern und die neuen Unternehmen fit machen für weitere Finanzierungsrunden: Die bisherige Bilanz zeigt, dass die private Gründungsinitiative venture kick ihre erklärten Ziele in hohem Mass erreicht. Sie hat ihrerseits bisher dafür 2,47 Millionen Franken ausbezahlt, für das laufende Jahr stehen zwei Millionen bereit.

So funktioniert venture kick
venture kick ist eine Initiative privater Geldgeber und wird in der Startphase von der Gebert Rüf Stiftung, der Ernst Göhner Stiftung und der Opo-Stiftung anschubfinanziert. Jeden Monat werden acht Bewerber vor eine Expertenjury geladen. Die bessere Hälfte wird mit je 10 000 Franken gefördert und qualifiziert sich für die 2. Stufe. Bei ihr geht es um 20 000 Franken. Spätestens nach neun Monaten präsentieren sich die Besten in der Stufe 3 für weitere 100 000 Franken Startkapital. Die Beträge werden à fonds perdu ausgeschüttet.

 

Thursday 04 June 2009, 14:32 PM  #     |  Comments [0]  | 
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