# Thursday, March 29, 2007

Mit der Wahl von Indien als Gastland an ihrem Aussenhandelsforum hat die Exportförderungsorganisation Osec den richtigen Riecher.

 

Die Zukunft, wie sie sein könnte: Bis 2050 haben die E-7-Länder Indien, China, Brasilien, Russland, Indonesien, Mexiko und Türkei das Bruttoinlandprodukt der G-7-Länder (USA, Japan, Deutschland, Grossbritannien, Frankreich, Italien und Kanada) um etwa 25 Prozent übertroffen. Das zumindest priophezeit eine Studie des Ökonomen John Hawksworth von PricewaterhouseCoopers.

 

Spitzenreiter dabei, nicht unbedingt überraschend: Indien, vor Indonesien und China. „Sie vergeben ihre Arbeit an Indien, weil unser Land über eine moderne Technologie verfügt“, sagte Handelsminister Kamal Nath vor 600 Interessierten in Zürich. Sein Landsmann Vijey Kapoor formuliert es (nach der NZZ am Sonntag) im Klartext: «Indien ist die am schnellsten wachsende freie Marktwirtschaft der Welt. Die Inder könnten an Stelle von Orell Füssli bald auch die Schweizer Banknoten drucken.» Kein Witz: Indien ist bereits heute der grösste Produzent von Währungen. Die IT-Werkstatt der ganzen Welt rollt das Feld auch bezüglich Dienstleistungen auf.
Und, ein wichtiger Trumpf dabei: Indien verfügt über ein Rechtssystem, in dem geistige Eigentums- und Patentrechte mehrheitlich durchgesetzt werden.

Als weitere Triebfedern des Wachstums zählt die NZZ am Sonntag weitere Faktoren auf:
+ Indien hat einen gewaltigen Nachholbedarf in Sachen Infrastruktur.
+ Die Hälfte der rund 1,1 Millarden Inder ist jünger als 25 Jahre, während nicht nur der Westen, sondern auch China überaltert sind.
+ Indien hängt nicht nur vom Export ab. Dieser macht nur 12% des Bruttosozialproduktes aus.

+ Eine wachsende Mittelschicht fragt nach Kreditkarten, Krediten, Hypotheken und Versicherungen und sorgt damit für nachhaltiges Wachstum.

 

Aber zurück auf den Boden von heute. Über 150 Schweizer Firmen (darunter viele KMU) betreiben in Indien Joint-Ventures oder Tochterfirmen, neben einem bereits bestehenden Swiss Business Hub ist auch ein eigentliches Swiss House in Planung. Und im Herbst wird Bundespräsidentin Calmy-Rey Indien besuchen - eine Art  Gegenbesuch, denn die Zahl der indischen Touristen wächst und wächst und wächst. Obwohl in jüngster Zeit praktisch keine Boollywood-Blockbuster mehr gedreht worden sind in unseren Alpen...

 

Indiens Wirtschaftsminister Kamal Nath, seine Amtskollegin Doris Leuthard, der amerikanische Zukunftsforscher
John Naisbitt und ex-Viz Al Gore:
Zukunft Indien am Osec-Forum 

Thursday 29 March 2007, 16:42 PM  #     |  Comments [0]  | 
# Wednesday, March 14, 2007

Die Gründerwelle wogt weiter: In den ersten zwei Monaten Januar und Februar wurden nach Angaben der Wirtschaftsinformation Creditreform bereits 6'152 neue Firmen ins SHAB (schweizerische Handelsamtsblatt) eingetragen.

Das ist nicht nur ein hervorragender Start ins 2007, sondern auch ein absoluter Zweimonate-Rekord: Im bisherigen Spitzenjahr 2001 waren es per Ende Februar 5'910 neue Firmen.

Die zweite wichtige Zahl ist das so genannte Nettowachstum (Neugründungen minus Löschungen oder Konkurse). Dieses steigt dank dem Rekordwert bei den Neueintragungen gegenüber 2006 um mehr als 18 Prozent. Das sind 2'039 neue Unternehmen - der zweithöchste Wert überhaupt. Grösser war der Zuwachs in den ersten zwei Monaten nur 1997 (2'192) verzeichnet. Überdurchschnittlich gross war das Wachstum in der Zentralschweiz, den Regionen Zürich, Bern und Nordwestschweiz, stabil in der Romandie und knapp negativ (wegen vielen Löschungen) im Tessin.

Im Rückblick auf das ganze 2006 fällt ein weiteres neckisches Detail auf: Der (prozentuale) Anteil an den Neugründungen ist in den Steueroasen OW, ZG und AI besonders gross, vor allem in der Kategorie AG. Die Experten von Creditreform schliessen daraus, dass zumindest ein Teil dieser Neugründungen primär aus einem neuen Briefkasten bestehe.

Hoch im Kurs als Brutstätte für neue Unternehmen: die Forschungslabors

Wednesday 14 March 2007, 09:55 AM  #     |  Comments [0]  | 
# Monday, March 12, 2007

Ein exklusiver Werbebrief, geschrieben von der Zürcher Kultautorin Milena Moser: Das war das Weihnachtsgeschenk, das die Online-Textagentur Supertext verlost hat. Gewonnen hat BLACKSOCKS.COM.

Milena Moser, die Kultautorin mit dem Hang zum Sarkasmus (Ihre Bestseller sind «Die Putzfraueninsel», «Das Schlampenbuch» und «Blondinenträume») befasst sich erneut mit dem männlichen Geschlecht. Fortuna wollte es so: Der Gewinner des von Supertext verlosten Werbebriefs heisst BLACKSOCKS.COM, der Pionier für schwarze Socken im Abo.

Hauptdarsteller in Milena Mosers Werbetext ist die neue Unterwäsche-Kollektion von BLACKSOCKS.COM.
Das Zürcher Start-up-Unternehmen Supertext hat sich zum Ziel gesetzt, die besten frei schaffenden Texterinnen und Texter aus dem deutschsprachigen Raum unter einer Adresse zu vereinen: www.supertext.ch. Dort können Marketing- und Verkaufsleiter Texte für Werbebriefe, Mailings, Presseartikel, Broschüren, etc. komplett online in Auftrag geben (Creation Service) oder ihre selbst verfassten Texte überarbeiten lassen (Tuning Service).

Hats wieder mit den Männer(socken): Milena Moser

Monday 12 March 2007, 10:13 AM  #     |  Comments [0]  | 
# Friday, March 02, 2007

Innovation ist wenn man... Ja, ein Begriff lange genug zerredet wird und für alles und jedes hinhalten muss, endet früher oder später so, wie schon Goethe formulierte: Getretner Quark wird breit, nicht stark.

Weil Innovation aber alles andere als Quark ist: Rudolf Hug, selber ein innovativer Unternehmen mit mehreren sehr kreativen Firmen hat dazu an einem "venture apéro" an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg (in einem der für seinen Zeit innovatisten Gebäude der Schweit, im "Technikum" des Architekten Fritz Haller) ein paar zwar einfache, aber einleuchtende Feststellungen  gemacht: 

 

Und er hat sich als engagierter KMU-Vertreter auch zum Spannungsfeld Innovation - KMU geäussert: "Die KMU sind ein Teil des Problems, das wir mit der mangelnden Innovationsfähigkeit haben" (auch wenn die Schweiz in allerlei Rankings regelmässig auf dem Podest steht. "Entrepreneurial" heisst Hugs Schlüsselbegriff, ein Zungenbrecher, der durchaus auch deutsch daherkommen kann: Unternehmerisch motivierte und unternehmerisch denkende KMU. Sie sind auf der "KMU-Typologie" in der oberen Hälfte rechts zu finden - dort, wo wo auch Start-ups und Spin-offs als Innovatoren zu finden sind. Sie fangen klein an und haben ein grosses Potenzial: Das Potenzial nämlich, die (quantitative) Grenze zwischen "ökonomisch unbedeutend" und "ökonomisch bedeutend" mit einem kräftigen Wachstumssprung zu überhüpfen! 

Friday 02 March 2007, 16:44 PM  #     |  Comments [0]  | 
# Wednesday, February 28, 2007
Nicht weniger 1,25 Milliarden Euro Venture Capital sind 2006 in Europa in Startups geflossen, deren Geschäftsidee sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat. «Venture Capital und Nachhaltigkeit finden immer mehr zusammen», kommentiert Matt Christensen vom Eurosif (Eurpopean Social Invetsment Forum) die neue Liebe. Diese ist eigentlich eine Dreiecksbeziehung - wenn immer mehr auch Start-ops unter die Bettdecke schlüpfen...
Dabei spielen die Startups durchaus einen aktiven Part: Auch wenn sie noch so grün sind, erwarten die Investoren branchenübliche Renditen von 20 bis 35 Prozent!


Alle Details im Bericht: 



Wednesday 28 February 2007, 12:49 PM  #     |  Comments [0]  | 
# Tuesday, February 20, 2007
Der Start-up Santhera Pharmaceuticals AG in Liestal BL, der im letzten Herbst als erster Spinn-off des Basler Biozentrums den Schritt an die Börse gewagt ist, geht mit weiteren grossen Schritten unterwegs Richtung Erfolg. Der Kurs steigt, weil das Medikament von Santhera für seltene Muskelerkrankungen bestimmt sein wird, ebenfalls grosse Schritte Richtung Markteinführung macht.

Was es auf dem Weg über die Börse braucht, schilderte CSO Thomas Meier an einem venture apero in Basel. Und zwar kompakt, dass es sich lohnt, Meiers Meilensteine im Original weiterzugeben:



Persistence!
Have an unique PRODUCT idea
Luck – need of supportive environment
Rely on local investors & network
Persistence!
Ask for help
Be open for M&A transactions (with all consequences)
Persistence!
Think big (but watch your expenses)
Ask for help
IPO is just one alternative to finance your idea
Persistence!

Und auch für das Unterwegs hat Meier seine Meilensteine:
Per ardua ad astra – but remember that failures are part of the game!
Learn from past mistakes, preferably from those of others.
Build on your area of expertise and get professional support where you lack knowledge.
Networking is not for free drinks but the starting point of your business case.
Persistence is OK, but be open for alternatives if changes arise.
Good luck, Santhera!
Tuesday 20 February 2007, 10:57 AM  #     |  Comments [0]  | 
# Monday, February 19, 2007
InnovationNight: Zuerst kommt  die Idee, erst dann das  «wenn und aber». Sonst bleiben wir stehen.

Kann man ein Produkt überhaupt noch besser machen? Besonders dann, wenn das Produkt quasi Standard ist, millionenweise in Supermärkten herumsteht und im Volksmund «Migrowägeli», offiziell jedoch «Einkaufswagen» heisst?

Die Antwort: Man kann. Den Beweis dafür geliefert haben die rund 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an der «Innovation Night» im Technopark Luzern, einem ‹venture apero› der besonderen Art: Jiri Scherer und Chris Brügger von DenkWerk, beide spezialisiert auf kreative Arbeitstechniken, gaben die Vorgabe – und die Ideen sprudelten. Denn, wie ein Innovationsguru gesagt hat: «Mit Verbesserungen wird man reich – nicht mit Erfindungen.»




Das Fazit auf den ersten Blick: Das gute alte «Migrowägeli»/Einkaufswagen ist vor allem alt, aber nicht unbedingt gut.
Gezählt habe ich, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, rund 30 effektive Verbesserungsvorschläge. Das Minimum: Ein Kindersitz, der diesen Namen verdient, oder Platz für eine Harasse Mineralwasser. Und am andern Ende der Skala: Ein GPS, auf dem sich die Einkaufsliste eintippen lässt und das zudem direkt zu den aktuellsten Aktionen führt.

Aber, die Einwände kommen dann ganz von selber: Das wollen die Grossverteiler doch gar nicht. Das ist doch viel zu teuer. Oder: Ist das überhaupt machbar?
Das ist sicher alles richtig und bedenkenswert. Nur: Wenn das «wenn und aber» schon kommt, bevor die Idee überhaupt auf dem Tisch liegt – wie soll es denn überhaupt weitergehen?

ps 1: Den mit neuen Ideen gestalteten Einkaufswagen gibt es. Wo wohl? Dort wo die Supermärkte noch viel grösser sind. Entstanden aber ist er nach einem durchaus ähnlichen Modell.
ps 2: Wer die InnovationNight im Frühjahrsprogramm der ‹venture aperos› verpasst hat: Sie kommt wieder. Darum: dran bleiben!



Die Tüftler mit dem «alten» und der «neue» Einkaufswagen


Monday 19 February 2007, 11:20 AM  #     |  Comments [0]  |