# Thursday, July 26, 2007

Das Biotech-Unternehmen TLT Medical war im Oktober 2005 das erste Unternehmen aus dem «Rennstall» von venturelab, das das begehrte CTI Start-up Label bekam. Die Erfolgsgeschichte geht weiter: TLT Medical ist vom Biopharmazeutischen Unternehmen Arpida für 57 Millionen Franken übernommen worden. «Ein absoluter Glücksfall», sagen Alberto Bruno und Christian Frei von TLT Medical.

 

 

Als TLT Medical als erstes Projekt aus «venturelab» das CTI Start-up Label erhielt:

Das Foto von 2005 zeigt (von links) Gründer Alfredo Bruno, CTI Coach Pierre Comte,

Werner Henrich und Christian Frei

 

Günder Alfredo Bruno und Christian bleiben bei der Stange und zügeln 500 Meter weit von Reinach BL nach Reinach BL: «Wir können unsere Therapie bei Arpida im geplanten Rahmen weiter entwickeln. Der wichtigste Unterschied: Unser Gesprächspartner ist nicht mehr ein Investor, sondern ein erstklassiges und zudem börsenkotiertes Unternehmen.» Zudem: «Wir freuen uns sehr über die Möglichkeiten, die sich durch die Zusammenarbeit mit Arpida ergeben: Wir erhalten Zugriff auf einen grossen Wissens- und Erfahrungspool und werden darum in der Lage sein, die Entwicklung unserer Therapie mit zusätzlicher Kraft voranzutreiben.»

 

Eine ganz neue Therapie gegen Nagelpilz

Sehr positiv sieht auch Arpida den Deal, denn sie «erweitert (mit der Übernahme von TLT Medical) ihre Produktepipeline mit einem Medikament in fortgeschrittener Studienphase gegen Nagelpilzinfektion, die so genannte Onychomykose». Der Nagelpilz ist alles andere als eine harmlose Begleiterscheinung. Einer von zehn Menschen leidet daran. Die neue Behandlungsmethode von TLT Medical, die neben einem Medikament ein Lasergerät einsetzt, macht die bisherigen Tabletten mit ihren Nebenwirkungen überflüssig.

Der Antrag für die Marktzulassung der neuen Therapie ist für 2008 beziehungsweise Anfang 2009 vorgesehen. Die europäischen Aufsichtsbehörden haben bereits die Aufnahme der entscheidenden Phase-III-Studie genehmigt.

 

Marktreif machen statt schubladisieren!

Im Lauf der Verhandlungen mit Arpida und anderen Interessenten hätten sie das Knowhow aus den Kursen von «venturelab» und aus dem CTI-Coaching immer wieder brauchen können. sagt Frei. Denn: Es gab auch interessenten, die nicht die Therapie marktreif machen, sondern einfach einen potenziellen Konkurrenten aus dem Markt kaufen und die bisherige Arbeit schubladisieren wollten.

Die finanzielle Transaktion besteht aus einer Vorauszahlung sowie weiteren erfolgsabhängigen Zahlungen an die ehemaligen Aktionäre von TLT Medical Ltd. im Umfang von bis zu 57 Millionen Franken. Davon werden bis zu fünf Millionen werden in Form von Arpida-Aktien bezahlt, der Rest in bar.

Thursday 26 July 2007, 17:23 PM  #     |  Comments [0]  | 
# Tuesday, July 17, 2007

20'000 Firmen haben sich im ersten Halbjahr 2007 neu ins Handelsregister eintragen lassen. Sie haben den administrativen Aufwand für die Gründung hinter sich. Wie gross ist dieser überhaupt? Das SECO wollte es wissen.

 

Nichts da vom grossen Gejammer bei den für die SECO-Studie befragten Firmen - im Gegenteil. Sie empfinden den administrativen Aufwand nämlich nicht als besonders störend: «Betrachtet man jede Tätigkeit für sich, ist die Handhabung der Auflagen durchaus machbar und wenig zeitintensiv. Erst die Summe und Vielfältigkeit aller Aufgaben erweckt den Eindruck, einem Berg von gesetzlich vorgeschriebenem Aufwand gegenüber zu stehen.»

 

Formularsuchmaschine: Besserung in Sicht

Sorgenkinder gibt es aber schon - allen voran die hochkomplizierte Mehrwertsteuer. Und daneben die (oft fehlende) Möglichkeit, Administratives online erledigen zu können.

Auch Christian Weber, als Leiter eGovernment beim SECO auch für Anliegen der Gründer zuständig, weiss, dass es mit der «e-Readyness» in der Schweiz (noch) nicht zum Besten bestellt ist: «Hier schneiden wir auch im internationalen Vergleich nicht allzu gut ab.» Besserung ist jedoch schon sehr bald in Sicht: «Eine Formularsuchmaschine, die alle amtlichen Sites automatisch absucht, wird demnächst als Prototyp online gehen», bestätigt Weber.

 

In einem Tag gründen ist möglich

Urs Kälin und Michael Medina von der Fachhochschule Winterthur betonen die Bedeutung des Internet: Gerade «im Bereich der Unternehmensgründung konnte der administrative Aufwand stark reduziert werden. Es ist heute möglich alle für eine Gründung notwendigen Schritte in einem Tag zu erledigen.» Auf der Homepage netnotar.ch kann eine GmbH bereits heute - inklusive Verurkundung beim Netnotar, aber ohne HR-Eintrag – in einem Tag gegründet werden.

 

Die Suche nach den guten Angeboten

Und: «Praktisch zu jeder Frage lässt sich auf der Homepage einer Amtsstelle die passende Antwort finden. Die Herausforderung liegt zurzeit noch darin, die richtige Page zu finden», stellt die Studie fest. Dafür benutzen KMU heute jedoch immer noch private Suchmaschinen, obwohl Angebote wie http://www.gruenden.ch, http://www.KMU.admin.ch, http://www.ifj.ch oder www.estarter.ch gute Angebote enthalten.

 

Gute Organisation ist entscheidend

Allerdings macht es das Internet nicht allein: «Der interne Organisationsgrad beeinflusst den administrativen Aufwand stärker als die gesetzlichen Vorgaben. Ist eine Firma schlecht oder wenig organisiert, erhöht sich der Aufwand.» Deshalb ist geeignete Software wichtig, die gleichzeitig  den gesetzlichen Bestimmungen genügt. Dann können «sehr viele Auflagen mit einem Knopfdruck erledigt werden», heisst es in der Studie.

 

Trotzdem: Verbesserungen suchen

Christian Weber nennt auch Zahlen: In der Schweiz setzt ein Jungunternehmen im Schnitt 55 Stunden jährlich für den Verkehr mit den Behörden ein, während es in Deutschland rund 120 Stunden sind. «Dieses gute Resultat darf uns aber nicht daran hindern, laufend administrative Vereinfachungen zu suchen und auch umzusetzen!» betont Weber.

Tuesday 17 July 2007, 15:46 PM  #     |  Comments [0]  |